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«Wie schreibt es sich im Hotel?»

Von Urs Bugmann (Interview)

Die Swiss Deluxe Hotels laden Autorinnen und Autoren zu Aufenthalten in ihre Häuser ein. Theres Roth-Hunkeler war vier Tage lang Gast im Hotel Palace in Luzern.

Wie fühlen Sie sich im Fünf-Sterne-Hotel, wie lebt es sich hier?
Theres Roth-Hunkeler: Ausgezeichnet. Es ist schön und ein Ausflug in eine andere Welt. Üblicherweise verbringe ich meine Ferien ja nicht in Luxushotels.

Sie leben in Baar. Luzern ist für Sie kein unbekannter Ort: Haben Sie sich den Aufenthalt hier gewünscht?
Roth-Hunkeler: Ja, und zwar ganz bewusst. Wie oft bin ich doch hier am Quai schon vorbeispaziert, habe an der Fassade hochgeschaut und gedacht: Das müsste schön sein, dort auf dem Balkon zu stehen. Und jetzt stehe ich da auf dem Balkon.

Und sind überwältigt?
Roth-Hunkeler: Es ist unglaublich: diese Aussicht über den See hin auf die darumgruppierten Berge. Ich schaue den Schiffen zu und den Schwimmern. Weil ich wie gewohnt früh aufstehe, geniesse ich besonders den Blick ins Morgenlicht.

Sie sind zu diesem Aufenthalt eingeladen worden. Müssen Sie Auflagen erfüllen?
Roth-Hunkeler: Ich soll danach einen Text schreiben, in dem ein Gegenstand aus dem Hotel eine Rolle spielt. Es gibt schon mehrere Ideen, mehr will ich nicht verraten.

Belastet Sie diese Hausaufgabe, das ständige Darandenken, dass Sie eine Geschichte abliefern sollen?
Roth-Hunkeler: Im Gegenteil: Es gibt mir Grund, aufmerksam zu sein. Die Position des Autors ist stets die des Beobachters. Das Leben in diesem Hotel interessiert mich zudem persönlich: Mein Zwillingsbruder führte hier vor Jahren die Bar und arbeitet heute in Bad Ragaz. So erhalte ich Einblick in eine Welt, die mir so gänzlich fremd ist.

Was fällt Ihnen hier am meisten auf?
Roth-Hunkeler: Es sind hier alle sehr freundlich, man wird von allen umsorgt. Die meisten Gäste sprechen englisch, und auch ich werde oft in Englisch angesprochen.

Kamen Sie mit Gästen ins Gespräch?
Roth-Hunkeler: Nein – es sind ja alle sehr diskret... Aber ich habe mich lange mit dem Empfangschef unterhalten, der alle Gäste begrüsst.

Sie sind eine von 37 Autorinnen und Autoren, die in Schweizer Luxushotels eingeladen wurden. Hat auch die Literatur etwas davon?
Roth-Hunkeler: Aus den 37 Geschichten wird ein Buch entstehen, das am internationalen Buchtag 2012 erscheinen wird. Das Werk wird man kaufen können, und es wird in den Hotels aufgelegt.

Quelle: Luzerner Zeitung, 8. Juli 2011

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  Website: Nina Stössinger

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